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Kerntechnik-Hochschulabsolventen gibt es kaum noch, daher:
TÜV NORD GRUPPE gründet eigenes Ausbildungszentrum
Mit ihrem Ausbildungszentrum für Kerntechnik optimiert jetzt die TÜV NORD GRUPPE die eigene Ausbildung von Mitarbeitern in ihren kerntechnischen Bereichen. "Damit sichert die TÜV NORD GRUPPE selbstständig den
notwendigen Wissenstransfer beim Generationenwechsel und gewährleistet auch zukünftig ihre hohe Qualifikation im Themenfeld Kerntechnik", so Dr. Guido Rettig, für Energietechnik zuständiger Vorstand der TÜV
NORD GRUPPE. Ziel ist es sicherzustellen, dass auch im Zeichen der auslaufenden Kernkraftaktivitäten in der Bundesrepublik das Know-how vorhanden ist, das die Sachverständige befähigt, auch künftig komplexe
Aufgabenstellungen in einem Team unterschiedlicher Fachleute nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik zu bearbeiten.
Hintergrund: An deutschen Hochschulen wird das Fach Kerntechnik nur noch rudimentär gelehrt, da die Nachfrage bei Studenten gering ist. Andererseits gehen bei der Sachverständigenorganisation bis 2010 etwa ein
Drittel aller Mitarbeiter in den Bereichen Energie- und Systemtechnik in den Ruhestand. Schon in diesem Jahr hatte es dort 50 Neueinstellungen gegeben.
Der Bedarf an gut ausgebildeten Sachverständigen bleibt trotz Energiekonsens erhalten, denn sowohl Stilllegungen, als auch die aus den Stromkontingenten errechenbaren Restlaufzeiten gehen deutlich über die
"Phase des Generationenwechsels" bei unseren Sachverständigen hinaus.
Die Aufsichtsbehörden sehen das Ausbildungszentrum für Kerntechnik der TÜV NORD GRUPPE als wichtigen Schritt an. So sagte der niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner vor einem Jahr bei der TÜV NORD GRUPPE:
"Eine Qualifikationsdelle in diesem Bereich können wir uns nicht leisten." Er verdeutlichte damit, dass vor altersbedingtem Ausscheiden der erfahrenen Mitarbeiter für neues und gut ausgebildetes Personal
gesorgt werden müsse. Wilfried Voigt, Staatssekretär des schleswig-holsteinischen Ministeriums für Finanzen und Energie, sprach vor einem Jahr bei der TÜV NORD GRUPPE davon, dass das hohe Niveau der
atomrechtlichen Aufsicht in Schleswig-Holstein erhalten bleiben müsse.
"Wir müssen weitere neue Mitarbeiter aus unterschiedlichen Fachgebieten auf die gemeinsame Bearbeitung komplexer kerntechnischer Fragestellungen vorbereiten", sagt Dr. Guido Rettig. Dabei spielen
unterschiedliche Kompetenzen eine große Rolle, die Teams arbeiten interdisziplinär: Physik, Chemie, Elektro- und Leittechnik, Verfahrenstechnik, Meteorologie, Strahlenschutz und Werkstofftechnik, Maschinenbau und
Bauingenieurwesen sind im Zusammenspiel gefragte Kompetenzfelder.
"Wenn die Hochschulen den Bedarf nicht mehr decken können, müssen wir handeln", sagt Dr. Guido Rettig. Dabei stehen sowohl KerntechnikWissen als auch Fachwissen der unterschiedlichen Disziplinen auf dem Lehrplan.
Darüber hinaus geht es um Methoden- und Sozialkompetenz: Projektmanagement, Qualitätsmanagement, Präsentationstechniken, Rhetorik und Fremdsprachen gehören dazu. "Schließlich wollen wir das Wissen,
das wir uns seit 40 Jahren erworben haben, weiterhin erhalten. Daher werden erfahrene Mitarbeiter auch als Dozenten in unserem Ausbildungszentrum für Kerntechnik tätig."
Ausgebildet wird nicht nur in Form von Seminaren, sondern auch am Arbeitsplatz: "Training in the Job" ist nicht ersetzbar: Hier geht es um Spezialwissen, das fachlich und Themen bezogen wichtig ist.
Fachliche Weiterbildung sorgt für einen kontinuierlichen Ausbau des Wissens.
Der erste Lehrgang hat im Oktober begonnen, er wird in drei Monaten zu Ende sein. Mehr als 30 externe und interne Referenten sorgen für den Wissenstransfer in insgesamt über 150 Unterrichtseinheiten. Zweimal jährlich
werden diese Lehrgänge zukünftig angeboten.
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