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          “Möchten die ungeheuren Möglich- keiten, die mit der Verwertung der Kernumwandlungen verbunden sind, zum Segen der Menschheit und nicht zu ihrer Vernichtung führen.”
                                     OTTO HAHN

 

Dieses Zitat des Entdeckers der Kernspaltung unter dem Eindruck der Atombombe zeigt wohl am eindrucksvollsten, warum diese Technologie in der öffentlichen Meinung so umstritten ist. Das Bild zeigt den Experimentaufbau, mit
dem die Kernspaltung entdeckt wurde.

Otto Hahn und Fritz Strassmann wollten im Herbst 1938 durch Bestrahlung von Uran mit Neutronen eigentlich Elemente herstellen, die schwerer sind, sogenannte Transurane. Die chemischen Analysen deuteten aber auf Radium bzw. wie sich später durch sehr exakte radiochemische Versuche herausstellte, auf Barium hin. Nach mühevollen Kontrollversuchen gewannen beide Forscher am 17. Dezember 1938 die Gewissheit, dass es sich wirklich um Barium handelte und damit der Kern von Uran in zwei Bruchstücke zerfallen sein muss. Die kernphysikalischen Erklärungen kamen dann von Lise Meitner und Otto Frisch. Siegfried Flügge erkannte sehr bald, dass dieser Prozess als Kettenreaktion ablaufen kann und dabei grosse Energiemengen zu gewinnen sind.

Die politische Lage in der Welt führte dann dazu, dass dieser Prozess nicht zuerst technisch, sondern zuerst militärische Anwendung fand. Am 6.8.1945 wurde erstmals in der Geschichte der Menschheit eine Massenvernichtungswaffe (eine Uranbombe) über Hiroshima abgeworfen, die von 300’000 Menschen 80’000 tötete und 125’000 verletzte. 3 Tage später wurde dann auch noch über Nagasaki eine Plutoniumbombe gezündet.

Die Angst des Menschen vor radioaktiver Strahlung, die er nicht fühlen, schmecken oder sonst irgendwie natürlich wahrnehmen kann, ist natürlich unter diesem Eindruck sehr gross - grösser als vor chemischen und biologischen Waffen.

Vor dem Hintergrund der unverantwortlichen Experimente, die zum Reaktorunfall von Tschernobyl geführt haben, Schlamperein in früheren Jahren und der unverholenen Medienschlacht einiger 68’er Journalisten gegen Kernenergie, ist die Kerntechnik in Misskredit geraten, obwohl bei sachlich-fachlicher Argumentation niemand an der Sicherheit und Zuverlässigkeit deutscher Kernkraftwerke zweifelt.

Ob die Kernenergie in Deutschland ihren Beitrag zum Einsparen des Treibhausgases CO2 und zur Schonung unserer natürlichen Resourcen sowie zur nationalen Unabhängigkeit von Rohstoff- und Energieimporten leisten kann, wird die Zukunft zeigen. In jedem Fall (auch bei einem Sofort-Ausstieg) wird in den nächsten Jahren in Deutschland radioaktives Material zu handieren sein und muss eine Lösung für die Endlagerung gefunden werden. Ein Studium der Kerntechnik lohnt sich unter diesem Gesichtspunkt allemal., Insbesondere, da die Studentenzahlen im Moment viel zu gering sind werden Absolventen auch in Zukunft gute Berufsaussichten haben.

 

 

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